Rückblick

 

Ansichtssache – Das Bild in der Schule (Wechselausstellung 2012 bis 2018)

Bilder sind im Schulunterricht unentbehrlich geworden, auch wenn Wort und Text weiterhin dominieren. Die Lehrkräfte waren sich in der Bildungsgeschichte keineswegs immer einig über den erzieherischen Nutzen der Bilder. Die einen preisen sie noch heute als wertvolle Anschauungsmittel, während andere hingegen vor der Gefahr der Wirklichkeitsverzerrung, ja gar der Manipulation warnen. Sie wollen die Schulkinder die Welt lieber erfahren, erfühlen und erleben lassen als ihnen diese mit Bildern erklären. Die Ausstellung macht einen Streifzug durch die Geschichte der Bildproduktion, der Entwicklung der Bildprojektion und ganz besonders des Bildeinsatzes in der Schule. Vor allem aber will sie die von den Pädagoginnen und Pädagogen eingeleitete Diskussion um den Bildungswert des Bildes vertiefen und zu bilderkritischem Denken anregen. Bilder sind Ansichtssache.

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Fleiss und Schweiss

Vo de Näschi und de Hobli zum textilen und technischen Gestalten

Handwerkliches Arbeiten mit Textilien hat in Thurgauer Schulen eine 170-jährige Tradition. Werken mit Karton, Holz und Metall wird seit rund 100 Jahren unterrichtet.

Die Ausführung mancher Arbeiten hat sich über diese Zeitspanne kaum verändert – die erzieherischen Zielsetzungen des Unterrichtes hingegen schon.

Unterricht in Handarbeit und Werken galt jahrzehntelang als Vorbereitung auf die Tätigkeit als Hausfrau oder auf einen handwerklichen Beruf. Er sollte Tugenden wie Fleiss, Sparsamkeit und Sauberkeit fördern.

Neue Materialien, neue Techniken und veränderte gesellschaftliche Bedürfnisse haben seither den Stellenwert des handwerklichen Produzierens verändert. Ist es heute noch sinnvoll im Unterricht traditionelle handwerkliche Fertigkeiten zu vermitteln? Machen industrielle Fertigung und Roboter das Handwerk überflüssig? Der aktuell eingeführte Lehrplan Volksschule Thurgau (Lehrplan 21) jedenfalls hat das Handwerk erneut aufgenommen.

Haben textiles und technisches Gestalten eine Zukunft? Die Ausstellung möchte die Diskussion über diese Fragen anregen.

(Ausstellungsteam: Dr. Alfons Bieger, Dr. Hans Weber, Rita Nüesch, Edi Käser, Frauke Dammert, Brigitte Urwyler und Yvonne Joos)

Aller Anfang ist schwer−ABC und 1x1 (Wechselausstellung 2006 bis 2012)

Im Zentrum der im August 2006 eröffneten Ausstellung standen die Kerndisziplinen Lesen, Schreiben und Rechnen. Die Besucher und Besucherinnen begaben sich auf eine Zeitreise. Einige ausgewählte Kapitel der 200-jährigen Entwicklung der Volksschule zeigten die «schwierigen Anfänge» der Schule auf. Was täten wir ohne Buchstaben und Zahlen? Wann ist ein Kind schulreif? Wie entwickelte sich die Buchschule zur staatlichen Volksschule? Welche Welten eröffnen sich Kindern, nach der ersten Begegnung mit dem Alphabet?
Was leisten 14-Jährige beim PISA-Test? Wie lernen Kinder mit Zahlen und deren komplexen Operationen im Rechnen umzugehen? Variantenreich wurden die schulgeschichtlichen Themen unter Einsatz modernster technischer Hilfsmittel aufgezeigt. Neun Räume und Aktionsecken waren vom Leiter der Sammlung, Dr. Alfons Bieger und seinem Team eingerichtet worden. Eine kleine Ausstellungsbroschüre führte Einzelbesucher durch die einzelnen Räume und Themen.

Sonderausstellung Weihnachtskrippen 2010

Im Dezember 2010 fand im Schulmuseum die Sonderausstellung der Krippensammlung von Brighit Stahel statt. Die Mutter von Brighit, Nelly Stahel (1907–1981), hatte die Sammlung aufgebaut. Sie umfasst rund 150 ganz unterschiedliche Krippen aus Europa, Afrika, Südamerika und Asien. Die vielfältigen und zum Teil sehr eigenwilligen Darstellungen der Geburt Christi zeigten eindrücklich, wie verschieden sich jede Zeit und jede Kultur die Weihnachtsgeschichte vorstellte.

Sonderausstellung Schulwandbilder 2009

Im Rahmen des Jubiläums 175-Jahre Volksschule Thurgau stellte das Schulmuseum Schulwandbilder aus in den Räumen der PH Thurgau in Kreuzlingen.

Tatort Schule (Wechselausstellung 2001 bis 2006)

Die erste Ausstellung des Schulmuseums war von 2002 bis 2006 zu sehen. Ein Schwerpunkt wurde auf die 1920er und 1930er Jahre gesetzt. In den einzelnen Erlebnisräumen wurden die Anfänge der individualisierten Schule und das reformpädagogische Prinzip der Arbeitsschule dokumentiert.
Die Ausstellung im Erdgeschoss, in einer der ehemaligen Lehrerwohnungen, führte durch eine Lernreise jenseits von Lesen und Schreiben. Wer erinnert sich nicht an seine erste Schulreise, an den ersten Versuch, einen Topflappen zu häkeln, an die ersten Hobelarbeiten? Wieso sind solche Erfahrungen für viele eindrücklicher als so manche Stunden, die sie mit Lesen, Rechnen und Schreiben in der Schule verbrachten?

Erleben – Erfahren, Greifen – Begreifen, Messen – Vermessen sowie gemessen werden lauteten die Etappen der Wechselausstellung. Geboten wurde ein vertiefter Einblick in die 1920er- und 1930er-Jahre. War die Schule im 18. und 19. Jahrhundert entstanden, hat sie sich zu Beginn des 20. Jahrhundert weiterentwickelt. Um 1900 wurden in vielen Ländern Europas im Rahmen der sogenannten Reformpädagogik Tatschulen statt Buchschulen gefordert. Kunsterziehung, Arbeitsschule, Jugendbewegung, kurzum Lebensreform lauteten die Schlagworte.

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