Ausstellung

 

Fleiss und Schweiss

Vo de Näschi und de Hobli zum textilen und technischen Gestalten

Handwerkliches Arbeiten mit Textilien hat in Thurgauer Schulen eine 170-jährige Tradition. Werken mit Karton, Holz und Metall wird seit rund 100 Jahren unterrichtet.

Die Ausführung mancher Arbeiten hat sich über diese Zeitspanne kaum verändert – die erzieherischen Zielsetzungen des Unterrichtes hingegen schon.

Unterricht in Handarbeit und Werken galt jahrzehntelang als Vorbereitung auf die Tätigkeit als Hausfrau oder auf einen handwerklichen Beruf. Er sollte Tugenden wie Fleiss, Sparsamkeit und Sauberkeit fördern.

Neue Materialien, neue Techniken und veränderte gesellschaftliche Bedürfnisse haben seither den Stellenwert des handwerklichen Produzierens verändert. Ist es heute noch sinnvoll im Unterricht traditionelle handwerkliche Fertigkeiten zu vermitteln? Machen industrielle Fertigung und Roboter das Handwerk überflüssig? Der aktuell eingeführte Lehrplan Volksschule Thurgau (Lehrplan 21) jedenfalls hat das Handwerk erneut aufgenommen.

Haben textiles und technisches Gestalten eine Zukunft? Die Ausstellung möchte die Diskussion über diese Fragen anregen.

Ausstellungsteam: Dr. Alfons Bieger, Dr. Hans Weber, Rita Nüesch, Edi Käser, Frauke Dammert, Brigitte Urwyler und Yvonne Joos

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Dauerausstellung

Ergänzt wird die Ausstellung durch das alte Schulzimmer im ersten Obergeschoss. Die bespielbare Dauerausstellung macht Schulgeschichte erlebbar. Es vermittelt originalgetreu die Stimmung aus den 1920er-Jahren. Hier laden Thurgauer Lesebücher ab 1910 zum Verweilen ein. Vor allem für Gruppen sind in diesem Raum museumspädagogische Aktionen geplant. Das Motto lautet hier: Die Schulbank nostalgisch drücken und alte Hilfsmittel wieder entdecken. Setzkästen, Schreibfedern, Fibeln, Schiefertafeln oder Rechenschieber beispielsweise kommen in diesem Aktionsraum zum Einsatz.



Das Gebäude

1833 Einführung der allgemeinen Schulpflicht im Kanton Thurgau
1833 Gründung des Lehrerseminars Kreuzlingen
1844 Vereinigung der drei Schulgemeinden Mühlebach, Biessenhofen und Schocherswil
1845 Beginn des Schulhausbaus in Mühlebach
1846 Beginn des Schulbetriebs in Mühlebach
1853 Mädchenarbeitschulen werden im Kanton Thurgau obligatorisch
1853 Witwe Keller aus Schocherswil vermacht der Schule 100 Franken zur Errichtung eines Nähschulfonds
1862 Gründung der Sekundarschule Amriswil
1871 Die letzten konfessionell getrennten Schulen im Kanton Thurgau werden vereinigt
1875 Turnen wird im Kanton Thurgau obligatorisch
1882 Beim Schulhaus wird erstmals ein Turnplatz im Freien eingerichtet
1899 Im Schulhaus wird die erste Wasserleitung verlegt
1904 Im Lehrerseminar Kreuzlingen werden erstmals vier Mädchen aufgenommen
1906 Das staatliche Limit von 80 Schülern ist in Mühlebach in den letzten Jahren regelmässig überschritten worden. Die Thurgauer Regierung weist die Schulvorsteherschaft an, «ohne Verzug» eine dritte Abteilung einzurichten.
1907 Anbau der WCs
1910 Elektrifizierung des Schulhauses
1911 Mühlebach erhält ein zweites Schulhaus
1917 Erstmals unterrichtet in Mühlebach eine Frau, Fräulein H. Hahn
1920 Aline Brauchli wird Lehrerin an der Unterschule in Mühlebach
1922 Fabrikant Löw mietet das freistehende Schulzimmer für seine Angestellten und baut es auf eigene Kosten in eine 4-Zimmerwohnung um
1927 Ablösung von der deutschen Schrift mit der Lesefibel «Kinderheimat»
von Otto Fröhlich
1936 Letzte grosse Renovation: Hausfassade, Fenster und Läden werden erneuert
1942 Wird die Schulgemeinde Mühlebach in die Schulgemeinde Amriswil integriert
1972 Bau der ersten Turnhalle in Mühlebach
1988 Nach 66 Jahren in der Lehrerwohnung zieht Aline Brauchli aus
1989 Letzter Schultag im alten Schulhaus Mühlebach
1999 Der bereits bewilligte Abbruch des Schulhauses Mühlebach wird abgewendet. Die Stiftung Schulmuseum Mühlebach wird gegründet
2002 Eröffnung des Schulmuseums